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Heizen mittels einer Wärmepumpe – der „umgekehrte Kühlschrank“ im Nullenergiehaus

Beispiel: NIBE™ F1245 - Sole/Wasser-Wärmepumpe

Schon einmal an die Rückwand eines Kühlschranks oder Tiefkühlgerätes gefasst? Dann wissen Sie, dass es dort ziemlich warm werden kann – hier wird die den Lebensmitteln entzogene Wärme abgeleitet und „heizt“ Ihre Küche …

Nach demselben Prinzip funktioniert eine Wärmepumpe – nur eben umgekehrt:

Ein Verdampfer entzieht der Umwelt (also der Luft, dem Erdreich oder auch dem Wasser) Wärmeenergie, die sodann mittels einer elektrischen Pumpe verdichtet und mit dem Verflüssiger auf ein im Haus nutzbares Temperaturniveau gebracht wird.

Die Wärmepumpe im Nullenergiehaus wird mit einer zentralen Lüftungsanlage kombiniert, die für frische, vorgewärmte Raumluft sorgt.

Es gibt mehrere Arten von Wärmepumpen – sie unterscheiden sich durch die Wärmequelle, die sie „anzapfen“:

Die Luftwärmepumpe entzieht die Wärmeenergie der Umgebungsluft. Je nach Konstruktion wird die erzeugte Wärme dann entweder an das Wasser abgegeben, das die Heizkörper erwärmt (Luft-Wasser Wärmepumpe) oder sie erwärmt direkt die durch eine Lüftungsanlage hereinströmende Frischluft (Luft-Luft-Wärmepumpe).

Die Erdwärmepumpe bezieht ihre Wärmeenergie aus dem Erdreich. Entweder werden hierzu in geringer Tiefe sogenannte Erdkollektoren verlegt oder – diese Konstruktionsart ist weitaus häufiger – es wird eine sogenannte Erdsonde installiert, die bis in große Tiefen – 50 bis 100 m – hinabreicht und die dort vorhandene größere Erdwärme nutzt.

Weitere – in der Praxis noch wenig verbreitete – Möglichkeiten sind Grundwasser-Wärmepumpen, die als Wärmequelle das Grundwasser nutzen.

Heutzutage häufig anzutreffen sind Hybrid-Wärmepumpen, die zwei voneinander unabhängige Energiequellen nutzen. So gibt es zum Beispiel Systeme, die gleichzeitig Luft- und Erdwärme nutzen. Andere Systeme speichern in den Solarkollektoren erzeugte überflüssige Wärmeenergie unter der Erde so, dass sie von einer Wärmepumpe genutzt werden kann.

Am meisten verbreitet ist hier die Luft-Wasser-Wärmepumpe. Sie ist vergleichsweise günstig zu installieren. Die Stromkosten für den Betrieb sind staatlich festgelegt und vergünstigt, was eine sichere Kalkulation ermöglicht. Der Staat bietet darüber hinaus für diese Art der Heizung günstige Förderungen an, die diese Heizanlagen trotz relativ hoher Investitionskosten rentabel machen. 

Interessant: In der Schweiz werden inzwischen sogar 75 % aller Neubauten mit einer Wärmepumpenheizung ausgestattet – und das ganz ohne staatliche Förderung.  Die Ursache hierfür ist ein sehr hoher Ölpreis – in der Schweiz kostet Heizöl genauso viel wie Diesel-Kraftstoff. Deshalb rentiert sich dort der Einbau einer Wärmepumpe auch ohne jedes Fördermittel.

Auf Dauer gesehen wird auch in Deutschland die Rentabilität steigen: 2011 war das Jahr mit den höchsten Preisen für fossile Energie wie Treibstoffe und Heizöl seit Menschengedenken – und ein dauerhaftes Sinken der Preise ist in Zukunft eher nicht zu erwarten.