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Maximale Gemütlichkeit: So wird das neue Heim winterwohnlich

In den meisten Fällen ist ein gerade bezogenes Eigenheim erst mal nicht wirklich persönlich und oft auch noch nicht gemütlich. Doch das lässt sich mit einfachen Maßnahmen ändern

Viele Town & Country Häuser werden im Frühjahr und Sommer gebaut – bei schlechtem Wetter arbeitet es sich nicht gut. Das bedeutet: Wer die schönen Monate nutzt, um sein Häuschen entstehen zu lassen, muss nicht nur den Umzug und das Drumherum, sondern auch die ersten Monate darin im Herbst und Winter meistern. Es gibt dunkle Tage, vielleicht sind noch nicht alle Zimmer eingerichtet und die vergangene Bauphase steckt noch in den Knochen. Das kann dazu führen, dass einem das neue Zuhause auf den ersten Blick gar nicht gemütlich vorkommt. Doch schon mit wenigen Maßnahmen lässt sich der Winterblues aus den neuen Wänden vertreiben. Wir zeigen wie es geht. Und, so viel sei verraten: Bei der Gemütlichkeit spielt Evolution eine mächtige Rolle.

1. Keine leeren Hallen

Es liegt in der Natur, dass jemand, der bis vor wenigen Wochen noch in einer kleinen Mietwohnung lebte, meist weder die Möbel und oft auch nicht das nötige Kleingeld hat, um ein ganzes Haus mit seiner viel größeren Fläche vollständig auszustatten – aber das ist ja auch kein Problem. Wenn die Gemütlichkeit erhöht werden soll, geht es vor allem darum, sich auf die Räume zu konzentrieren, in denen man sich die meiste Zeit aufhält, also:

Parterre-Flur / Eingangsbereich

Küche

Esszimmer

Wohnzimmer

Schlafzimmer

Statt zu versuchen, alle Räume ein bisschen auszustatten, sollten die vorhandenen Mittel auf diese Zimmer konzentriert werden. Dabei gilt die Devise: Für den Anfang reicht auch Günstiges. Es muss kein brandneuer, wirklich zur Größe des Wohnzimmers passender Couchtisch sein, der kleine Alte aus der Wohnung reicht auch – es muss auch nicht alles stilistisch zueinander passen das kann im Frühjahr geschehen, auch wenn Einrichtungsberater von diversen „Todsünden“ sprechen, Als wohnliche Sofortmaßnahme ist aber grundsätzlich alles erlaubt, was sich schnell umsetzen lässt und wenig kostet.

2. Viel hilft viel – an der Wand

Sobald die Zimmer mit Möbeln gefüllt sind, ist bereits sehr viel Leere beseitigt. In vielen Fällen werden nämlich die Wände noch kahl sein – und das ist pures Gift für die Gemütlichkeit. Einer der günstigsten Tricks, um das zu ändern, sind Bilder. Nein, keine Kunstwerke, sondern Fotos.

Das Netz und sämtliche Einrichtungshäuser sind voll von Bilderrahmen in allen möglichen Formen und Farben – die oftmals für geringe Summen zu haben sind. Wer vom Bau noch etwas Abfallholz auf dem Grundstück herumliegen hat und mit etwas Fingerfertigkeit gesegnet ist, kann sich sogar Bilderrahmen selber bauen.

Kommt noch hinzu, dass Digitalfotos auszudrucken heute selbst im Hunderter-Pack geringe zweistellige Beträge kostet. Das sollte genutzt und mit den fotografischen Erinnerungen nicht gekleckert, sondern geklotzt werden. Ob als riesige Collage oder viele Einzelrahmen, kleine Bilder oder Poster-Size: Hauptsache es sind glückliche Rückblenden, aus dem Leben der Bauherren, denn damit werden nicht nur kahle Wände gefüllt, sondern das bislang mit wenigen Erinnerungen behaftete Haus zu einem heimeligen Ort, den man mit guten Gefühlen verbindet.

3. Stoff zum Kuscheln

Niemand sitzt im Winter gerne „nur“ auf einer Couch. Denn selbst wenn die hauseigene Heizungsanlage auf Wohlfühl-Temperatur läuft, fehlt auf Sofa, Sessel, Boden und Co. oft das letzte Quentchen, das einen Fernsehabend erst richtig gemütlich macht. Dieses fehlende Glied lässt sich am besten durch Stoff ersetzen:

Kissen lassen die Couch nicht nur dekorativer aussehen, sondern ermöglichen auch gemütlicheres Sitzen/Liegen.

Decken können auch ein altes Sofa noch einmal optisch retten und sind gleichzeitig das ultimative „Einkuschel-Utensil“.

Fliesen-, Parkett- und Laminatböden können trotz Fußbodenheizung ungemütlich sein, weil sie vergleichsweise hart sind. Ein Teppich unter den Wohnzimmer- und Essbereichs-Tischen kann das ändern.

Leere Fenster wirken sehr ungemütlich, weil der Mensch dadurch unbewusst das Gefühl bekommt, beobachtet zu werden. Schon ein Schlaufenschal kann Abhilfe schaffen und erst recht ein ganzer Vorhang. Beides lässt sich in Eigenregie schneidern – notfalls sogar aus alter Bettwäsche.

Dabei gilt auch hier: Es ist erst einmal nicht wichtig, auf (teure) Hochwertigkeit oder Einheitlichkeit zu achten, sondern wirklich nach der Maxime zu agieren „Masse statt Klasse“ – für alles andere ist im nächsten Jahr Zeit.

4. Feuer

Seit sich unsere jagenden und sammelnden Vorväter abends um ein Feuer gruppierten, um die Dunkelheit zu vertreiben und es sich warm zu machen, verbinden wir instinktiv Flammen mit Behaglichkeit, Wärme und Sicherheit. Und genau ist der Punkt, um die Gemütlichkeit im eigenen Haus zu maximieren – und sogar noch, um Heizkosten zu sparen.

Der Kaminofen ist dabei ein zentrales Element, denn er ist aus mehreren Gründen Heizquelle und Kuschelzone:

 

Ofenwärme fühlt sich gemütlicher an als Heizungswärme, weil ersterer nach dem Prinzip der Strahlungswärme arbeitet und somit unter anderem für ein besseres Raumklima sorgt.

Je nach Holzart knistert ein Feuer – ebenfalls pure, in unserem „inneren Urmenschen“ verankerte Gemütlichkeit.

Bei Kaminöfen mit Glastüren lässt sich ein Blick auf die Flammen werfen. Das ist so anheimelnd, dass Brennholzgüte nicht nur auch nach dem Flammenbild bewertet wird sondern dass dieser Blick gar für ein Drittel aller Ofenkäufer das Haupt-Kaufargument darstellt.

Ein Kaminofen herkömmlicher Größe kann problemlos ein ganzes Stockwerk auf gemütliche Temperaturen bringen – und bei Anschluss an den Heizkreislauf auch das ganze Haus erwärmen.

Feuer sorgt durch seine Farbtemperatur für eine der gemütlichsten Lichtformen überhaupt. Bereits mit billigsten Teelichtern lässt sich so immens viel Stimmung erzeugen.

Wer also einen Kamin im neuen Heim sein Eigen nennt, sollte ihn regelmäßig anfachen. Doch selbst wenn dieses, zugegebenermaßen teure, Element nicht vorhanden ist, lassen sich einige Aspekte auch anderweitig reproduzieren. Und zwar durch Kerzen: Denn auch die sind bereits in der Lage, selbst ohne Konstruktionen wie dem Kerzenofen, die Raumtemperatur merklich zu erhöhen. Und, Hand aufs Herz, ein Raum, der von einer Handvoll Kerzen erwärmt wird, sieht immer unglaublich gemütlich und romantisch aus.

5. Das rechte Licht

Indirekte Beleuchtung wirkt deshalb so gemütlich, weil sie ihr Licht auf eine große Fläche über unseren Köpfen verbreitet - ganz ähnlich wie der Himmel.

Doch auch abseits des Feuers ist Licht generell ein unglaublich wichtiges Kriterium, das den Gemütlichkeitscharakter eines ganzen Hauses entscheidend beeinflussen kann. Und auch hier sind wir einmal mehr Opfer der Evolution. Denn Kunstlicht existiert, auf die Menschheitsgeschichte umgelegt, erst seit wenigen Augenblicken. Umso wichtiger also, dass die Beleuchtung so eingerichtet wird, dass wir sie als natürlich und somit gemütlich empfinden.

Die wichtigsten Punkte sind dabei die Lichtrichtung und die Lichtfarbe. Beides muss so kombiniert werden, dass es für unser Gehirn einen Sinn ergibt:

Vom Himmel sind wir es gewohnt, dass Licht großflächig von oben kommt. Deshalb sollten Lampen im Idealfall Wand- und Deckenfluter sein, die diesen Effekt durch indirekte Abstrahlung simulieren können.

Die Farbtemperatur des Lichts steuert die Stimmung: Je bläulicher ein Licht, desto größer ist zwar das „Tageslichtempfinden“, aber auch das Gefühl von Kälte.

Der letzte Punkt erklärt auch, warum so viele den alten Glühbirnen nachtrauern: Denn diese erzeugten ein vergleichsweise stark ins Gelbe tendierendes Licht, das mit einer Temperatur von 2500 Kelvin viel dichter an einer Kerze (1500K) ist, als etwa eine Neonröhre mit ihren 4000 Kelvin.

Doch dabei ist das Glühbirnenverbot kein Grund, dass es nicht gemütlich werden kann: Vor allem moderne LEDs bieten praktisch unbeschränkte Farbwahlmöglichkeiten und sind mittlerweile auch günstig genug, sie im großen Stil als Glühbirnenersatz in normalen Lampen einzusetzen. Aber: Helligkeit ist ebenfalls ein weiterer Faktor. Die wärmste LED nützt wenig, wenn sie den Raum blendend hell macht. Deshalb sollte hier eher nach der Devise „Weniger ist mehr“ verfahren werden.

6. Natur hinein

In der Küche lassen sich Pflanzenzierde und -nutzen miteinander kombinieren: Die meisten Discounter führen Kräuterpflanzen, die nicht nur optisch bereichern, sondern auch lukullisch.

Auch beim letzten Punkt dieser Liste spielt, wie könnte es anders sein, die Evolution eine weitere Rolle. Und zwar in Form von Pflanzen und aus mehreren Gründen:

Evolutionär gesehen lebt der Mensch ja inmitten der Natur, zumindest für eine ziemlich lange Zeit. Daraus resultiert auch das tief in uns verankerte Gefühl, dass Pflanzen für Leben stehen. Ein klein wenig lässt sich dieser Effekt bereits durch den Einsatz der Farbe Grün im Innenraum simulieren: Grün wirkt beruhigend und kann so beispielsweise als großes Pflanzen-Wandtattoo schon zu gesteigerter Behaglichkeit beitragen.

Besser ist natürlich „the real Deal“, also echte Pflanzen. Dabei muss man weder einen Raum zum Grünbiotop umstylen, noch einen besonders grünen Daumen haben. Es reichen bereits einige strategisch verteilte Pflanzen, um die Gemütlichkeit eines Zimmers nachhaltig positiv zu beeinflussen. Das kann klassisch auf der Fensterbank geschehen, oder auch an anderen Stellen. Im Raum. Wichtig ist nur, dass man nicht zu viel Arbeit mit der Pflege hat. Unter diesem Aspekt sind folgende Zimmerpflanzen besonders gut geeignet:

Elefantenfuß

Zimmerhafer

Grünlilie

Drachenbaum

Efeutute

Fensterblatt

Nicht zu vergessen natürlich die klassischen Kakteen. Und: All diese Pflanzen sind in jedem gutsortierten Gartenhandel für geringe Summen zu bekommen und verübeln es einem auch nicht, wenn man mal einige Tage lang das Gießen vergisst.

Fazit

Jedes neue Eigenheim ist in den ersten Wochen und Monaten nach dem Einzug weder besonders heimelig, noch gemütlich – das ist praktisch unvermeidbar und drückt auch nur in den Wintermonaten auf die Stimmung. Es liegt jedoch an den Bewohnern, das zu ändern. Der Trick dabei ist, sich nach dem Baustress nicht noch dem Einrichtungsstress auszusetzen und gleich nach absoluter Perfektion für mehrere Jahre zu streben. Besser ist es, sich mit weniger Mitteln auf kurzfristige Erfolge zu fokussieren und so schnell die wichtigsten Zimmer behaglich zu machen.

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