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Ökologie und Nachhaltigkeit von Tiny Houses

Wie groß ist der ökologische Fußabdruck der kleinen Häuser?

Tiny Houses liegen seit einigen Jahren voll im Trend und überzeugen durch den geringen Platzbedarf und die hohe Individualität der Häuser. Doch besonders im Zeichen der aktuellen Klima-Debatte stellt sich auch immer wieder die Frage, wie nachhaltig und ökologisch sinnvoll ein Tiny House überhaupt ist. Einen Blick hinter die schmale Fassade des kleinen Hauses kann Aufschluss geben. Hier finden Sie die Fakten zu Ökologie und Nachhaltigkeit von Tiny Houses einmal umfassend zusammengefasst.

Viele ziehen in ein Tiny House, um der Natur ein Stück näher zu sein und ökologisch und nachhaltig zu leben. Doch wie grün ist das "Green Living" in den kleinen Häusern wirklich?

Ist Autarkie im deutschen Tiny House möglich?

Der Begriff Autarkie bezeichnet den Zustand, sich unabhängig vom Aufenthaltsort und ohne Zugang zu Ver- und Entsorgungssystemen wie Wasser-, Abwasser- und Stromanschlüssen selbst zu versorgen. Aufgrund diverser staatlicher Vorgaben im Baurecht ist in Deutschland leider nur eine Teilautarkie im Tiny House möglich. Das Baurecht gibt vor, dass Gebäude grundsätzlich an die Kanalisation angeschlossen sein müssen. Nur sehr wenige Häuser, zum Beispiel wenn sie über eine eigene Kläranlage verfügen, sind davon ausgenommen. Ein Tiny House gehört im Allgemeinen nicht dazu. 

In Sachen Wasserversorgung können Sie nur dann eine Ausnahme vom Anschluss an das öffentliche Wassernetz erreichen, wenn Sie Zugang zu hochwertigem Trinkwasser haben. Es muss der Qualität des deutschen Leitungswassers entsprechen oder sogar besser sein. Regen- oder Seewasser ist nicht geeignet. Für manchen Hausbauer bietet sich daher ein Trinkwasser-Brunnen auf dem eigenen Grundstück an. Doch beachten Sie, dass ein solcher Brunnen eine Behördengenehmigung erfordert.

Rund um das Thema Energie und Strom haben Sie jedoch die Möglichkeit auf vollständige Unabhängigkeit. Alle Tiny Houses besitzen ein Dach, welches unter Umständen gute Bedingungen für eine eigene, kleine Solaranlage bietet. Nutzen Sie die Möglichkeit, sich vom Stromnetz unabhängig zu machen, doch beachten Sie, dass eine sichere Stromversorgung in Deutschland nur mit einem eigenen Stromspeicher oder dem Zukauf von Strom einhergeht. Außerdem gibt es in Deutschland Regionen, die intensiver mit Sonne verwöhnt werden als andere. Ohne zuverlässige Sonneneinstrahlung kann ein eigenes Windrad unter Umständen eine sinnvollere Alternative sein. 

Um möglichst große Versorgungssicherheit zu genießen, müssen Sie die Kapazität des Speichers an den eigenen Strombedarf anpassen. Leider sind Stromspeicher oft so groß, schwer und teuer, sodass ein Maximum an Komfort im Minihaus nicht immer möglich ist. Im Zweifel ist eine Kombination aus einer eigenen Solaranlage und dem Zukauf von Ökostrom daher eine gute und immer noch nachhaltige Variante. Beachten Sie, dass Anlagen wie Solarzellen oder Windräder Vorlagen erfüllen müssen und gegebenenfalls genehmigungspflichtig sind. 

Beim Thema Heizenenergie steht dagegen fest: Eine teure und wenig nachhaltige Ölheizung kommt im Tiny House nicht vor. Lösungen, die Solarstrom nutzen, um das Häuschen zu heizen und Warmwasser zum Duschen und zum Abwaschen zu erzeugen, sind eine beliebte Methode. Im Bereich Wärmepumpen sollten sich Hausbauer ebenso umsehen, da sie hier vielleicht die perfekte Lösung für sich entdecken können. Ansonsten erfreuen sich viele Bewohner von Minihäusern dem wohligen Ambiente, das ein Ofen erzeugt. Dabei handelt es sich um Modelle, die Feuerholz, Pellets oder Briketts verbrennen. Aber auch rund um den Holzofen sind Genehmigungen und das Einhalten gewisser Regeln erforderlich. So müssen Sie zum Beispiel mit einsatzbereiten und gut gewarteten Filtersystemen jederzeit dafür sorgen, dass der Feinstaub-Ausstoß des Ofens minimal ist.

Energieersparnis: Klein bedeutet nicht immer sparsam

Bei einem Tiny House entscheiden auch die Baumaterialien, wie umweltfreundlich das kleine Haus ist. Bildquelle: pinterest.de/decoist/

Hinsichtlich der Energiebilanz sieht es beim Tiny House leider häufig schlecht aus. Die Wände, der Boden und auch die Decke sind meist sehr dünn ausgeführt, da jegliche Dämmung den verfügbaren Platz im Innern eines Tiny House deutlich verringern würden. Das bedeutet aber auch deutlich höhere Heizkosten und somit eine eher schlechte Ökobilanz. So manches, größeres Niederenergiehaus benötigt deutlich weniger Energie zum Heizen und ist somit ökologisch sinnvoller.

Wer sich also für ein eigenes Tiny House entscheidet und dieses im ganzen Jahr nutzen möchte, sollte aus Gründen der Ökologie und der Nachhaltigkeit auch eine hochwertige und effiziente Dämmung des Hauses in Betracht ziehen. Nur so kann der Energieverbrauch nachhaltig und deutlich gesenkt werden.

Mineralwolle, Steinwolle und Glaswolle zählen zu den besten Dämmmaterialien, die Sie in Tiny Houses verbauen können. Das Beste: Sie isolieren nicht nur im Winter, sondern auch im Sommer, wenn die Hitze besser draußen bleiben soll. Mineralwolle ist zudem Spitzenreiter in Sachen Schallisolierung, was in Städten oder allgemein in der Nähe von Straßen ein positives Extra an Komfort sein kann.

Die Wahl der Baustoffe ist entscheidend

Wie bei einem normalen Haus auch, hat der Bauherr bei einem Tiny House durchaus die Möglichkeit zwischen unterschiedlichen Bauweisen zu wählen. Oftmals rentiert es sich hierbei nicht auf den letzten Cent zu schauen, sondern auch die verwendeten Baustoffe hinsichtlich ihres ökologischen Fußabdrucks zu untersuchen. Viele Hersteller bieten beispielsweise den Bau aus recycelten und biologisch unbedenklichen Rohstoffen an, sodass hier die Nachhaltigkeit gewahrt bleibt. Wer jedoch nur die günstigste Variante wählt, erhält oftmals Baustoffe, welche für das Tiny House extra hergestellt wurden und bei denen (in der Regel) nicht auf eine umweltfreundliche Produktion geachtet wurde. Es rentiert sich bei Tiny Houses also in jedem Fall, dem Hersteller über die Schulter zu blicken und sich für die nachhaltigeren Varianten zu entscheiden. Dies mag zwar ein wenig teurer sein, aufgrund der geringen Größe der Tiny Houses fallen die höheren Materialkosten allerdings meist nicht allzu stark ins Gewicht. 

Geringer Platzbedarf auch gleich geringere CO2-Emission?

Auch wenn es (noch) keine gesetzliche Definition der Wohnraumgröße bei einem Tiny House gibt, so haben die meisten dieser Häuser selten mehr als 30 Quadratmeter Wohnraum. Häufig sind es sogar deutlich weniger. Somit ergibt sich bereits aufgrund der kleineren Größe eine deutlich geringere CO2-Emission. Zusätzlich sollen viele der Häuser nach Möglichkeit ohne elektrischen Strom von außen oder ohne einen direkten Wasseranschluss funktionieren. Durch Solarzellen auf dem Dach und auch durch Kompost-Toiletten können Strom- und Wasserverbrauch in einem Tiny House geschickt minimiert werden. Dies macht die Gebäude ökologisch deutlich sinnvoller und vor allem nachhaltiger, als die größeren Wohnalternativen.

Muss ein stationäres Tiny House nach der EnEV gebaut werden?

Wegen der Chance auf staatliche Förderungen statten viele Besitzer Tiny Houses mit Solarzellen aus. Bildquelle: instagram.com/smart.cottage/

Die Energieeinsparverordnung (EnEV) gibt unter anderem an, wann ein sogenannter Energieausweis für ein Gebäude erforderlich ist. Gebäude mit bis zu 50 m² Nutzfläche sind laut § 16 Abs. 5 EnEV von der Pflicht, über einen eigenen Energieausweis zu verfügen, ausgenommen. Das betrifft also so gut wie alle Tiny Houses.

Das hat für den Besitzer eines Tiny Houses Vor- und Nachteile. Einerseits entfällt die lästige Bürokratie rund um die EnEV, andererseits bleibt die Planung des Konzepts auch vollkommen am Bauherren hängen. Dabei haben Sie zumindest die Freiheit, weitgehend selbst zu entscheiden, ob Sie beim Tiny House bauen eher auf "günstig" oder auf "energiesparend" setzen wollen.

Langfristig zahlt es sich finanziell oft stärker aus, nachhaltig zu bauen. So bleiben die laufenden Energiekosten niedrig und gegebenenfalls können Sie sogar staatliche Förderungen in Anspruch nehmen. Die KfW-Bank greift Ihnen beispielsweise unter die Arme, wenn Sie Ihr Minihaus als Passivhaus, inklusive guter Dämmung und Wärmeaustauschern, errichten.

Ökologischer Vorteil der Mobilität

Ein Vorteil eines Tiny House auf Räder ist die Flexibilität und Mobilität. Somit müssen für Tiny Houses keine Böden versiegelt werden. Alternativ lassen sich die stationären Häuschen problemlos auf den Flachdächern verschiedener Immobilien installieren, sodass der vorhandene Raum optimal genutzt werden kann. Dementsprechend kann ein Tiny House in dieser Hinsicht durchaus als ökologisch sinnvoll und auch als nachhaltig bezeichnet werden. Zudem könnten auf diese Weise Baugrundstücke in Städten, die aufgrund ihrer zu geringen Größe nicht genutzt werden können, doch noch zu Wohnraum gemacht werden. Die größere Verbreitung von Tiny Houses könnte den Wohnungsmangel in manchen Großstädten effektiv bekämpfen. 

Minimalismus und der eigene ökologische Fußabdruck

In einem Tiny House zu leben bedeutet auch, mit sehr wenig Gegenständen auszukommen, da der Stauraum naturgemäß begrenzt ist. Man sollte also durchaus einen Hang zu Minimalismus haben, um sich in einem solchen Haus wohlzufühlen. Doch mit dem Minimalismus geht auch generell ein anderes Einkaufsverhalten und ein stärkeres Bewusstsein für den eigenen Verbrauch einher. Somit ist es in der Regel so, dass die meisten Bewohner von Tiny Houses bereits aufgrund ihres Kauf- und Konsum-Verhaltens einen deutlich geringeren ökologischen Fußabdruck aufweisen, als Menschen in normal großen Häusern und Wohnungen. Die Beschränkungen durch das Tiny House unterstützen diesen Lebensstil zusätzlich und können den Hang zu Minimalismus und zum Umweltschutz verstärken. Dementsprechend kann auch hier ökologisch und nachhaltig das Leben genossen werden.

Zweitwohnsitz oder Haupt-Domizil?

Aktuell ist es häufig noch so, dass die Tiny Houses vor allem als Zweitwohnsitz oder als Feriendomizil genutzt werden. Das bedeutet leider auch, dass die Ökobilanz dieser Häuser enorm schlecht ist, da sie zusätzlich zu bestehendem Wohnraum angeschafft wurden. Die ökologischen Vorteile spielen diese Häuser allerdings erst dann aus, wenn sie eine herkömmliche Wohnung oder ein Eigenheim auch ersetzen. Wer also die eigene Wohnung aufgibt, um in einem Tiny House zu leben, der verringert den eigenen ökologischen Fußabdruck deutlich und entlastet somit die Umwelt. Wer jedoch ein solches Haus zusätzlich kauft und dieses nur gelegentlich nutzt, belastet in der Regel die Umwelt stärker und vergrößert damit den eigenen Fußabdruck nochmals.

Eine Frage des Alters - häufige Umzüge sind nicht nachhaltig

Um die geringe Grundfläche der Tiny Houses effektiv zu nutzen, müssen diese häufig ineinander verschachtelt gebaut werden. Meist gibt es mehrere Ebenen, welche über Leitern und ähnliche Zugänge erreichbar sind. Somit sind die meisten Tiny Houses nicht barrierefrei und für ältere Personen eher ungeeignet. Das ist natürlich ein Problem mit der Nachhaltigkeit, denn wer im Alter wieder aus dem Haus ausziehen muss und eine normale Wohnung benötigt, verbraucht ab diesem Zeitpunkt wieder mehr CO2. Zumal auch die häufigen Umzüge durchaus zu einem höheren Verbrauch beitragen. Man geht davon aus, dass eine Nutzungsdauer von mindestens fünf Jahren vorliegen sollte, damit sich der Umzug in ein Tiny House auch ökologisch umfassend rentiert und man somit aktiv die Umwelt entlastet.

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