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Energie sparen: Weniger geht immer

Geht es um Energie, ist Sparen nicht nur eine Sache des Umweltschutzes, sondern auch des eigenen Portemonnaies. Und: Etwas weniger Verbrauch ist auch im sparsamsten Haus realisierbar

Selbst ein Passiv- oder gar Nullenergiehaus funktioniert ja nicht gänzlich ohne Energie – ein bisschen Heizen ist an kalten Tagen immer vonnöten. Und dass die gesamte Technik im Gebäude ihren Strom auch dann benötigt, wenn die Photovoltaikanlage auf dem Dach wegen Bewölkung nicht den ganzen Bedarf deckt, das ist auch klar. Ganz ohne Energie geht es also auch im modernsten Eigenheim nicht. Doch gibt es eine ganze Menge Tricks, mit denen der Verbrauch vermindert werden kann. Welche das sind, das verraten wir Ihnen jetzt.

1. Strom

Geht es um das Thema Spannung, so ist das für heutige Hausbesitzer zum Teil ein zweischneidiges Schwert. Denn auch wenn ein Großteil Strom über die hauseigene Solaranlage produziert wird, so lässt sich nicht immer eine 100prozentige Eigenversorgung gewährleisten. Und dann wird es wichtig, so wenig wie möglich zu verbrauchen.

Stromanbieter

Der erste Schritt sollte deshalb sein, sich einen wirklich passenden Stromanbieter zu suchen. Je nach Autarkie-Grad des eigenen Hauses, ist es dann wichtig, darauf zu achten, einen Versorger zu finden, der

Geringe oder am besten keine Grundgebühren verlangt

Keine Mindestverbräuche berechnet

Niedrige kW/h-Tarife anbietet

 

Alles in allem also die Suche nach der „eierlegenden Wollmilchsau“ – weil es in Deutschland rund 1000 Stromnetzbetreiber und weitere knapp 1200 Stromlieferanten gibt.

Tarife

Wer sparen will, lässt den Trockner nur nachts laufen - und auch nur im Notfall. Auf der Leine trocknet Wäsche nämlich nur bei extrem hoher Luftfeuchtigkeit nicht.

Weiter verkompliziert wird die Anbieter-Suche, weil viele davon auch noch unterschiedlichste Tarife anbieten. So lautet eine der goldenen Energiespar-Regeln, dass es billiger ist, verbrauchsintensive Geräte wie Waschmaschine und Trockner nachts laufen zu lassen – wenn das eigene Haus tagsüber nicht genug eigenen Strom erzeugt, ist das die einzige Alternative, um diese notwendigen Geräte laufen zu lassen.

Das aber benötigt einen passenden Tarif, der tatsächlich nachts wesentlich billiger ist. Sofern ein solcher gefunden ist, sollte die Nacht dann nicht nur der Wäsche gehören: Handy, Tablet, Batterien und alles andere, das sich aufladen lässt, sollte nur dann ans Stromnetz gehängt werden, wenn dieser am günstigsten ist.

Verzicht

Doch der beste Weg, um Strom(-kosten) zu sparen, ist, sie gar nicht erst entstehen zu lassen. Natürlich bedeutet das immer einen mehr oder weniger großen Komfortverzicht – der aber bei cleverer Vorgehensweise auch genutzt werden kann:

Aufhängen der Wäsche im Freien (etwa regengeschützt unter dem Carport). Bei gutem Wetter ist sie genauso schnell trocken wie nach einer Runde im Trockner. Und ja, selbst bei Frost trocknet Wäsche draußen noch.

Verwenden von Kerzen beim gemütlichen Couching – das sorgt nicht nur für ein heimeligeres Ambiente, sondern wärmt gleichzeitig auch den Raum ein wenig

Deko-Lichter (etwa die Außen-Weihnachtsbeleuchtung) sollten am besten gar nicht erst betrieben werden und wenn, dann nur mit stromsparenden LEDs und aufladbaren Akkus

An den ersten kalten Tagen lieber eine Lage Kleidung mehr tragen und (falls vorhanden) mit dem Kaminofen heizen, statt gleich die Wärmepumpe auf Volllast zu schalten

Oftmals ist es nur unsere eigene Bequemlichkeit, die uns vom Sparen abhält – wer verzichtet, reduziert aber in der Realität diese nicht wirklich.

Standby

Jeder Ratgeber ermahnt dazu, Geräte nicht unnötigerweise im Standby-Modus laufen zu lassen. Bloß: Bei vielen Apparaten, etwa modernen Fernsehern, gibt es schlicht gar keinen Netzschalter mehr – Standby ist da Dauerzustand. Schon vor ganzen zwölf Jahren kritisierte das Umweltbundesamt diese Praxis – getan hat sich seitdem seitens der Hersteller kaum etwas.

Da bleibt nur Eigeninitiative. Und die kommt in Form von schaltbaren Steckdosenleisten. Das bedeutet: Bei jedem Gerät, bei dem es nicht auf Dauerstromversorgung ankommt (und das sind praktisch nur Kühlschrank und Gefriertruhe), sollte ein manueller Schalter zwischen Kabel und Steckdose liegen – und auch betätigt werden, sobald das Gerät nicht verwendet wird.

2. Heizung

Zwar setzt nicht jeder Hausbesitzer auf strombetriebene Heizungen wie etwa die Wärmepumpe, dennoch können alle Hausbesitzer auf ähnliche Art und Weise sparen.

Rollladen

Selbst die nach modernsten Gesichtspunkten konstruierten Fenster sind immer noch ein großes „Loch in der Wand“. Vor allem dann, wenn diese zusätzlich noch gedämmt ist. Und über dieses Loch verlässt gerade im Winter richtig viel teuer erzeugte Wärme das Haus. Verhindern lässt es sich nur, indem vor das Fenster eine Schutzschicht gebracht wird – und die findet sich im Rollladen. Wird der geschlossen, bildet sich zwischen ihm und der Scheibe ein isolierendes Luftpolster, das es der Wärme schwerer macht, aus dem Haus zu entweichen.

Die Regel sollte also in der dunklen Jahreszeit lauten: Die Rollläden nicht erst bei vollständiger Dunkelheit schließen, sondern bereits dann, wenn das Sonnenlicht nicht mehr ausreicht, um den Raum anständig zu erhellen.

Luxus-Badewanne

Natürlich, viele Neu-Hausbesitzer freuen sich, dass sie vielleicht zum ersten mal auf eine eigene Badewanne zurückgreifen können. In Sachen Energieverbrauch ist deren Bilanz aber geradezu unterirdisch. Denn nur ein Vollbad kostet:

Rund 1,50 Euro an Wassergebühren (je nach Größe der Wanne)

Zirka 2 Euro an Abwasserkosten

Rund 40 Cent Heizkosten bei Gas und 80 Cent bei Strom

Rechnet man dann noch die Preise für Duschbad und andere Zusätze hinzu, kommt man schnell auf fünf oder mehr Euro – pro Bad. Der beste Spar-Ratgeber lautet deshalb: Die Badewanne sollte nur ein seltener Luxus sein. Und wenn, dann am besten zu zweit benutzt werden. Wer nämlich mit dem Partner einsteigt, kann sich so nicht nur einen romantischen Abend machen, sondern spart durch die erhöhte Verdrängung zweier Körper auch noch Wasser.

Runterdrehen

Digitale, programmierbare Thermostate sind die ultimative Energiesparhilfe - wenn man denn das Haus nicht überheizt. 24°C sind definitiv zu viel, 21 tun der Gemütlichkeit keinen Abbruch.

Viele Wetter-Apps auf dem Smartphone zeigen den Unterschied zwischen tatsächlicher und gefühlter Temperatur an. Ganz ähnlich verhält es sich auch im geheizten Haushalt: Dem Körper ist es nämlich relativ gleich, ob in einem Raum 22 oder 21°C herrschen, er spürt den Unterschied kaum – der Heizungsrechnung jedoch nicht. Denn schon ein Grad weniger spart rund sechs Prozent Energie – bei einer Gasheizung kann das je nach Tarif hundert und mehr Euro im Jahr ausmachen.

Und auch bei anderen Dingen ist runterschalten effektiv: Etwa bei der Waschmaschine. Dank modernder Waschmittel wird Kleidung heute auch bei geringeren Temperaturen sauber – man spart aber zweistellige Prozentsätze an Energie. Ähnlich sieht es auch bei der Spülmaschine aus. Und umgekehrt natürlich im Kühlschrank. Dessen optimale Temperatur liegt nämlich bei +7°C und nicht niedriger. Und bei kalter (nicht frostiger) Witterung können Cola und Co. natürlich auch auf der Terrasse kühl werden.

Fazit

Energie sparen ist auch im modernsten Haus noch möglich und sinnvoll. Vor allem deshalb, weil es in den meisten Fällen nicht nötig ist, den eigenen Komfort herunterzuschrauben, sondern „nur“ etwas auf sein Verhalten zu achten. Portemonnaie und Mutter Natur werden es danken.

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