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BEIM HAUSBAU SCHON ANS ALTER DENKEN

Um auch im Alter im Eigenheim bleiben zu können, ist einiges an Planung nötig. Es ist dabei deutlich besser, bereits beim Bau der Immobilie auf einige Punkte zu achten, als später teure Umbauten in Kauf nehmen zu müssen.

Bei dem Bau des Eigenheims denken nur wenige an das Älterwerden - dabei ist es ein weit verbreiteter Wunsch, auch im Alter zu Hause wohnen zu bleiben. Es lohnt sich, bereits bei der Hausplanung Möglichkeiten zu schaffen, die ein eigenständiges Leben verlängern.

Ein Wunsch, der beim Älter werden ganz oben steht ist der, im eigenen Haus zu bleiben. Die lang gewohnte Umgebung beizubehalten und nicht noch einen Umzug durchmachen zu müssen, ist die schönste Variante für den Alterswohnsitz - das ist sicher. Neben der Gesundheit spielt dabei aber auch ein weiterer Aspekt eine große Rolle: die Bauart des Hauses. Mit zunehmendem Alter ist die Treppe nicht mehr so leicht zu schaffen, Stufen können zum Hindernis werden, wenn irgendwann Gehhilfen oder gar ein Rollstuhl von Nöten sind - das Gleiche gilt für die Türen und die Erreichbarkeit von wichtigen Utensilien. Damit nicht erst teure Umbaumaßnahmen unternommen werden müssen ist es sinnvoll, bereits bei dem Hausbau daran zu denken, was später einmal sein könnte.

Der Hausbau ist ein großes Projekt - aufregend und beängstigend - so viele Möglichkeiten, so viele Entscheidungen. Die meisten bauen schließlich nur einmal im Leben, da sollen dann alle Vorstellungen und Träume verwirklicht werden. Das perfekte Haus soll entstehen, ein Heim für die ganze Familie. Das Problem dabei ist oftmals die Kurzsichtigkeit, die dabei herrscht. Denn natürlich wurde das Haus für den jetzigen Zeitpunkt perfekt geplant und realisiert, aber was ist später? Es ist um ein vielfaches günstiger, bereits zu Beginn des Baus daran zu denken, als später teure Umbaumaßnahmen in Kauf zu nehmen. Denn statistisch gesehen ist vor allem im Alter nicht mehr viel Geld dafür vorhanden. Laut einer Umfrage des Bundesverbandes Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen zum Thema „Wie wollen wir im Alter wohnen?“ haben Senioren im Schnitt 280 Euro im Monat für bauliche Veränderungen zur Verfügung - nicht sehr viel, da Baumaßnahmen in der Regel wesentlich teurer sind und auch der Aufwand selten angenehm ist.

Anspruch Nummer Eins: Barierrefreiheit

Treppen sind ein Problem, wenn die Mobilität schließlich eingeschränkt ist. Zwar muss niemand auf den Bau in Geschossen verzichten, es ist jedoch sinnvoll, alle wichtigen Räume im Erdgeschoss anzulegen: Küche, Bad, Wohnzimmer und mindestens ein Schlafzimmer.

Geht es dann auf das höhere Alter zu, können die ersten Beschwerden auftreten. Erst dann nehmen sich die meisten Menschen dafür Zeit, sich mit der Frage des Alterswohnsitzes auseinander zu setzen. Umbau, Pflege oder betreutes Wohnen? Natürlich kann auch ein Umzug in Erwägung gezogen werden, aber Experten raten davon ab: Zu groß ist die Veränderung des Umzugs und des Alltags. Es ist deshalb sinnvoll, in den eigenen vier Wänden zu bleiben - deswegen sollte bereits frühzeitig daran gedacht werden, was einmal wichtig sein wird. Das Stichwort, das sicherlich die meisten damit assoziieren ist: Barrierefrei. Es ist nicht gleichzusetzen mit rollstuhlgerecht, sondern fängt schon im Kleineren an. Teppiche und Stufen werden zu Stolperfallen, genauso wie enge Stellen in Fluren und Räumen. Überall wo das Fallen begünstigt wird, muss rechtzeitig vorgesorgt werden. Wichtige Fragen sind dabei:

Ist die Wohnung leicht erreichbar? Gibt es Stufen oder Schwellen, die den Zugang erschweren? Gibt es einen Aufzug, wenn die Wohnung nicht ebenerdig ist?

Ist der Flur breit genug für einen Gehwagen/Rollator (mindestens 120 cm)? Ist genügend Platz, um eventuell einen Treppensitzlift einzubauen?

Sind die Türen breit genug, um mit einem Gehwagen oder Rollstuhl bequem durchzukommen (mindestens 80 cm)? Lassen sich die Fenster leicht öffnen und sind sie frei zugänglich?

Gibt es eine bodengleiche Dusche oder könnte diese nachgerüstet werden? Gibt es im Bad genügend Bewegungsfreiheit für einen Rollstuhl?

Sind die Küchengeräte, Geschirr und Lebensmittel leicht zugänglich oder wurde zu sehr in die Höhe gebaut?

Deswegen ist es essentiell, dass genügend Platz eingeplant wird und zumindest die genannten Mindestmaße eingehalten werden, auch wenn eigentlich ein süßes, verwinkeltes Häuschen genau den eigenen Wünschen entspräche.

AUCH DIE AUSSENANLAGEN PLANEN

Auch die Außenanlagen sollten barrierearm gestaltet werden. Garage und Haustür sollten ohne Stufe zu erreichen sein, so dass kein Umzug nötig wird wenn die Mobilität nicht mehr uneingeschränkt vorhanden ist.

Neben der Wohnung selbst und dem Zugang dazu, sollte die Garage und die Außenanlagen so angelegt werden, dass sie mühelos erreichbar sind, wenn das Gehen einmal nicht mehr so leichtfällt. Garten, Terrasse und Garage können so angelegt werden, dass keine großen Hindernisse im Weg sind. Auch ein Hanggrundstück kann auf diese Weise angepasst werden. Wenn alles so vorbereitet ist, dass nur an einer Stelle nachzubessern wäre, ist es am Ende günstiger als wenn möglicherweise gleich vier oder fünf Treppen mit Rampen oder Aufzügen versehen werden müssen.

Wer in Stockwerken bauen möchte, der sollte es so planen, dass alle wichtigen Räume auf einer Etage sind. Das heißt, dass mindestens ein Schlafzimmer, Badezimmer, Wohnzimmer und Küche ebenerdig liegen sollten. Auch wenn es vielleicht zu Beginn nicht das eigene Schlafzimmer werden wird, könnte es irgendwann dazu umfunktioniert werden. Besonders auf das Bad ist bei der Hausplanung zu achten. Eine Badewanne ist schön und gemütlich, jedoch sollte das Erdgeschoss in jedem Fall eine bodengleiche Dusche vorweisen können, mit genügend Platz für einen eventuellen Rollstuhl oder eine Sitzgelegenheit.

Alles in allem gibt es vielfältige Möglichkeiten auch später noch aufzurüsten - wenn die Wohnung entsprechend dafür vorbereitet wurde. In Zukunft ist darüber hinaus davon auszugehen, dass noch weitere Möglichkeiten folgen werden. Unter anderem wird unter dem Projektnamen „Ambient Assistent Living“ an digitalen Hilfen gearbeitet. So sollen in Zukunft Roboter als Begleiter zur Seite stehen und vielfältige Neuerungen in urbanen Lebensräumen geschaffen werden, die die Mobilität der älteren Generation deutlich erweitert und mit dem Alter einhergehende Einschränkungen eindämmt. Auch für das Eigenheim wird es dann sicherlich die Möglichkeit geben, sich Hilfe zu holen.

Aktuell ist das natürlich schon möglich - auch wenn hier die Möglichkeiten in erster Linie im personellen Bereich liegen. Pflegekräfte können den Alltag erleichtern, beziehen dazu oftmals ein Zimmer im Haus und helfen so, den Alltag im Eigenheim so gut wie möglich weiter führen zu können. Doch auch das ist nur umzusetzen, wenn das Haus den Bedürfnissen gerecht wird und Raum für Veränderung bietet.

FAZIT: BESSER VORSORGEN ALS NACHSORGEN

Es wird deutlich: einen Alterswohnsitz zu schaffen kann ganz einfach sein, wenn bereits mit Weitblick an den Bau der Immobilie herangegangen wurde. Genügend Raum und Platz, wenig Stufen und die richtige Anordnung der Geschosse können den entscheidenden Unterschied ausmachen. Das Thema „Alt werden“ dabei in die Planungsphase zu integrieren, mag schwierig sein und zunächst unangenehme Gedanken mit sich bringen, der Weitblick zahlt sich am Ende aber aus. Denn selbst wenn das Haus nicht der Alterswohnsitz werden soll, lohnt sich barrierearme Bauweise oder das Einplanen von möglichen Umbaumaßnahmen. Deutschland wird schließlich immer älter - der demographische Wandel sorgt also dafür, dass nach und nach die Nachfrage für barrierefreie Häuser steigt - das zeigt sich auch bei der besonderen Wertstabilität von Pflegeimmobilien. Diese lässt sich ebenfalls auf das Einfamilienhaus übertragen, die den Bewohnern die Möglichkeit bietet, ein Leben lang zu bleiben. Der Weitblick lohnt sich also, denn wer mit dem Bau eines Hauses einen Wert schaffen möchte, der möchte schließlich auch sicher sein, dass es sich irgendwann auszahlt.

Bildquellen:

Bild 1: fotolia.de ©goodluz #70569012
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