Wenn der Sommer langsam zu Ende geht und die Tage kürzer werden, brechen viele unserer Vögel auf, um in wärmere Länder zu fliegen. Diese Vögel nennt man Zugvögel. Zu ihnen gehören die Störche, Wildenten und -Gänse, die Drosseln, Stare und viele andere. Die meisten von ihnen fliegen nach Afrika, wo es auch in unserem Winter schön warm ist. Insgesamt überfliegen jedes Jahr rund zwei Millionen Zugvögel das Mittelmeer auf ihrem Weg in den Süden. Viele von ihnen sammeln sich dabei in großen Schwärmen und bilden im Flug interessante Formationen. Kraniche und Gänse etwa fliegen im so genannten Keilflug, ähnlich einer großen Eins. Enten wiederum fliegen in einer geraden Linie nebeneinander her. Aber es gibt auch Einzelgänger wie den Kuckuck, der den ganzen Weg alleine zurücklegt.
Dabei verfügen die Vögel über so etwas wie eine innere Uhr, die ihnen sagt, wann die Zeit zum Aufbruch in den Süden gekommen ist. Zudem haben sie einen inneren Kompass, der ihnen den richtigen Weg anzeigt. Denn die verschiedenen Vogelarten fliegen auf unterschiedlichen Wegen zu unterschiedlichen Zielen, oft mehrere Tausend Kilometer von ihrem Sommerquartier entfernt. Immer wieder müssen sie deshalb unterwegs anhalten und rasten, um neue Kraft zu schöpfen. Endlich im Süden angekommen verbringen sie dort den Winter. Und wenn der Frühling naht, sagt ihnen ihre innere Uhr, dass es an der Zeit ist, nach Norden zurückzukehren. Denn dort bekommen sie ihre Jungen und ziehen sie auf. Übrigens gibt es auch viele Vögel, die keine Angst vor kalten Füßen haben und auch im Winter bei uns bleiben. Dazu gehören beispielsweise der Uhu, das Rotkehlchen und der Sperling, der auch als Spatz bekannt ist.